Im Rahmen von SchoolFood4Change sind wir gemeinsam mit den Küchenteams in Essen und Nürnberg der Frage nachgegangen, wie eine zukunftsfähige, gesunde und leckere Schulverpflegung aussehen kann. Die Zahlen beeindrucken: Gemeinsam mit 7 Caterern und einer selbstkochenden Kita versorgen die Teams täglich rund 32.000 Kinder und Jugendliche mit Mittagessen.
Europäische Perspektive trifft Praxis vor Ort
Ein zentraler Baustein: Die Weiterbildung unseres Trainers Manuel Poschadel (Speiseräume- Büro für angewandte Ernährungspolitik) an der University of Gastronomic Sciences in Pollenzo (Italien) – unserem europäischen Projektpartner.
Dort werden gastronomische Bildung, Nachhaltigkeit und Ernährungskultur seit Jahren ganzheitlich gedacht. Mit frischen Impulsen aus der europäischen Slow-Food- und Ernährungsbewegung im Gepäck, ging es zurück nach Deutschland – direkt in unsere Trainingsküche.

Vor-Ort-Besuche: Küchenrealität verstehen, Unterstützung gezielt gestalten
Bevor es in die Trainingsküche ging, standen Besuche in den Produktionsküchen der beteiligten Caterer in Essen und Nürnberg auf dem Programm. Ziel war es, die Produktionsabläufe, logistischen Rahmenbedingungen und Organisationsstrukturen der einzelnen Betriebe kennenzulernen – um die Workshops möglichst praxisnah und bedarfsorientiert gestalten zu können.
Die Unterschiede waren groß: Von Küchen mit 900 Mittagessen pro Tag bis hin zu Betrieben, die täglich über 15.000 Mahlzeiten produzieren, reichte die Bandbreite. Auch die Produktionssysteme variierten – von Cook & hold bis hin zur Frischküche.
Diese Einblicke waren zentral, um realistische, umsetzbare Ansätze zu entwickeln und den Küchenteams in den Workshops gezielte Unterstützung zu bieten, die sich an ihren konkreten Arbeitsalltag anpasst.

5 kochpraktische Workshops – Theorie trifft Praxis
In fünf intensiven Workshops haben wir gemeinsam mit den Küchenteams gearbeitet – praxisnah, kollegial und mit viel Raum für Austausch.
Die Themen:
- Saisonale Speiseplanung: Wie lassen sich Speisepläne gestalten, die regional, frisch und trotzdem alltagstauglich sind?
- Ernährungsbiografie von Kindern: Wie prägen frühkindliche Erfahrungen das Essverhalten – und wie können wir Kinder behutsam an neue Geschmäcker heranführen?
- Hülsenfrüchte, Tofu & Co: Wie lassen sich pflanzliche Eiweißquellen kreativ und kindgerecht in den Alltag integrieren?
- Hauseigene Halbfertigprodukte: Vom industriellen Convenience-Produkt zur eigenen Küche – z. B. mit selbstgemachtem Salzgemüse , Brühen und Gewürzpasten als Grundlage für mehr Geschmack und weniger Zusatzstoffe.
Gekocht wurde mit Rezepten von Manuel Poschadel, die zeigen, dass nachhaltige Küche alltagstauglich, gesund und geschmackvoll sein kann.

Exkursion zu GREENs – ein Blick in die Praxis der Zukunft
Ein besonderes Highlight war die Exkursion zum Schulcaterer GREENs in Berlin – ein Unternehmen, das bereits heute zeigt, wie verantwortungsvolle Schulverpflegung aussehen kann:
- Gemeinwohlbilanziert
- >90 % Bio-Anteil
- Fleisch, Kartoffeln und Molkereiprodukte stammen aus regionalem Bio-Bezug
- Brot, Brötchen und Kuchen werden in der hauseigenen Bio-Bäckerei hergestellt
- Schokolade, Banane, Ananas und Reis kommen aus dem Bio-Fairtrade-Handel
- Hoher Einsatz von Frischware
GREENs beweist, dass Nachhaltigkeit, Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Schulverpflegung vereinbar sind – wenn Rahmenbedingungen stimmen.

Was bleibt?
Das Projekt hat Wissen vermittelt, neue Rezepte erprobt und Küchenprofis vernetzt.
Die Workshops haben gezeigt: Veränderung ist möglich – mit Engagement, Offenheit und dem richtigen Handwerkszeug.
Wir danken allen Beteiligten für ihren Einsatz – und freuen uns auf die nächsten Schritte in Richtung einer besseren Verpflegung für Kinder und Jugendliche in ganz Europa.